Elisabeth (Musical 1992) – Premiere live im Radio

Dass der Eindruck der Premierenversion des Musicals Elisabeth vom 3. September 1992 mir und meiner ZuseherInnengeneration zumindest musikalisch als Gesamtaufnahme erhalten blieb, verdanken wir der genialen Idee diese live im Radio übertragen zu lassen.

Es sind zwar noch keine vollen 30 Jahre vergangen, dennoch möchte ich mich heute, am 3. September 2019, mit einem kleinen Artikel an dieses denkwürdige Ereignis in meiner persönlichen Musical ZuseherInnengeschichte erinnern.

Das berühmte Bild des Hofmalers Franz Xaver Winterhalter, auf dem Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn (1837-1898) im wallend weißen Kleid und Brillantsternen im Haar zu sehen ist, war mir als Wienerin schon immer bekannt, ebenso die kitschigen Sissi Filme aus den 1950ern.

Viel mehr wusste ich über Elisabeth aber trotzdem nicht. Nur dass Ihre Persönlichkeit wohl nicht sehr viel mit der liebenswert-dümmlichen Filmerversion gemeinsam hatte. Auch war relativ bekannt, dass sie eine der wenigen Frauen Ende des 19. Jahrhunderts gewesen war, die offiziell und für alle sichtbar sehr viel Sport getrieben hatte – was so weit ging, dass in ihren Gemächern in Schönbrunn und der Hofburg eigens eingerichtete Turzimmer existierten.

Turnen ist nicht so meins. Daher konnte ich die Motivation dahinter nicht so wirklich gut nachvollziehen. Die Mitglieder meiner Familie sind eher Skifahrer. Zum Theater hatten wir aber schon immer eine sehr enge Verbindung – vor allem zum Theater an der Wien. Daher wusste ich schon einige Zeit vor der Premiere, dass es eine Radioübertragung durch den Kultursender Ö1 geben werde.

Die Kunst der Aufnahme mit Kassettenrecorder

Da es damals  für mich und meinen bescheidenen Geldbeutel noch keine andere Aufnahmemöglickeit gab, rüstete ich mich mit drei „90er Kassetten“ aus.  Für alle die es nicht kennen: das waren kleine, handliche Tonbandträger zum Abspielen in einem Gerät namens „Kassettenrecorder“. CDs gab es Anfang der 1990er Jahre schon, aber noch keine preislich erschwinglichen Brenner. Internetstreaming war auch keine Option da es erst viel, viel später erfunden wurde. 

Die folgenden 3 Stunden verbrachte ich  damit die Aufnahmezeit im Auge zu behalten und bei passender Gelegenheit – jeweils nach ca. 45 Minuten –  die Kassette umzudrehen oder eine neue einzulegen. Wie der Name schon sagt, konnte das Band einer „90er Kassette“ auf zwei Seiten mit jeweils 45 Minuten bespielt werden.

Ja, es ist kitschig, aber auf eine bis damals sehr ungewöhnlich düstere Weise. Dort wo die sympathisch-dümmlichen Sissi Filme aufhören, beginnt die Geschichte im Musical erst richtig interessant zu werden.

Obwohl ich das Musical auf diese Weise vorerst nur im Radio hören konnte, war ich bereits sehr beeindruckt von der Umsetzung der Geschichte um die wohl bekannteste Österreichische Kaiserin, die eigentlich aus Bayern stammte und am 10. September 1898 von dem Anarchisten Luigi Lucheni mit einer Feile ermordet worden war.

Selbst gebastelte Cover der beiden Kassetten auf die ich die Radioübertragung der Prämiere des Musicals Elisabeth am 3. September 1992 aufgenommen habe.

Die beiden Kassetten existieren in meinem persönlichen Fundus noch heute. Untergebracht sind sie in einer, eigentlich für Tortentransport gemachten, Holzkiste aus dem Hotel Sacher. Ein wie ich finde sehr passender Aufenthaltsort für den „kaiserlichen“ Inhalt. Es bleibt zu hoffen, dass die Bänder noch eine Weile aushalten und sich nicht zu stark zersetzen. Eine Hörprobe vor ein paar Monaten ergab, dass sie im Moment noch sehr gut funktionieren.

Den ersten Kroki-Blogartikel zum Thema findet ihr hier:

Elisabeth (1992) – Eine Musical Zeitreise

Coming soon

Da Elisabeth am 10. September 1898 durch den Anarchisten Luigi Lucheni ermordet wurde, werde ich in typisch makaberer Wiener Tradition meinen nächsten Artikel an einem Jahrestag, dem 10. September 2019, veröffentlichen. Der Titel ist, wie ich hoffe, pietätvoll und zu diesem Anlass passend:

Alle tanzten mit dem Tod – ein paar Gedanken zum Prolog des Musicals und zur Jahrhundert-/Jahrtausendwende

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