Elisabeth (1992) – Eine Musical Zeitreise

Am 5. Juli 2019 besuchte ich die konzertante Aufführung des erfolgreichsten österreichischen Musicals vor der wunderschönen Open Air Kulisse Schloss Schönbrunn. Aus diesem Anlass beschäftige ich mich nach längerer Zeit wieder eingehender mit der Materie.

Dieses Theaterstück über Leben und Sterben der ikonischen Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn (1837-1898) ist mir persönlich sehr ans Herz gewachsen. Ich verbinde damit nicht nur historisches Interesse und/oder ein Faible für das Musical Genre. Beim Nachdenken über das Geschehen auf der Theaterbühne mache ich mir unweigerlich auch Gedanken über Kitsch, Kunst, Kultur, eine sich verändernde Gesellschaftsstruktur und das Leben im Allgemeinen. Ein paar dieser Gedanken möchte ich gerne in Form einer kleinen Artikelserie mit euch teilen.

Der  Lebenszyklus eines Langzeitmusicals

Das Musical Elisabeth von Michael Kunze (Text) und Sylvester Levay (Musik) erblickte das Licht der Welt mit seiner Premiere am 3. September 1992 im Theater an der Wien. Seitdem ist viel passiert. Tausende Menschen lernten in den folgenden 2 Jahrzehnten das Musical, die Geschichte seiner Protagonistin sowie verschiedene Darstellungen auf der Bühne kennen.

Angefangen hatte alles mit einer Live Übertragung der Premiere im Radio Ö1 und eher schlechten Zeitungskritiken. Schnell wurde klar, dass das Publikum sich eine eigene Meinung bildete, die unabhängig davon war was offizielle Kritiker über das Musical dachten. Begeistert war durchaus nicht nur das österreichische Publikum. Es dauerte nicht lange bis es Übersetzungen und Inszenierungen in unterschiedlichen Sprachen und Ländern zu bewundern gab.

Mit der Zeit entwickelte das Theaterstück ein interessantes Eigenleben. Elisabeth wird schon länger nicht mehr am Theater an der Wien gespielt. Das Stück ist aber keineswegs tot. Im Gegenteil. Es wurde und wird in zahlreichen Varianten immer wieder geboren. Anfangs waren die Produktionen noch mehr oder weniger originalgetreu. Später kamen immer gravierendere Änderungen, Neuinterpretationen, sogar neu eingefügten Songs und Erklärungstexte dazu.

Manche finden es gut, manche hassen es. Manche wünschen dem Musical Elisabeth ewiges Leben und manche sehen es schon in den letzten Atemzügen kurz vor dem Ableben. Der Lebenszyklus des Heranwachsen, Lebens, Kinderkriegens und Sterbens scheint sich nicht nur in der Lebensgeschichte der Hauptfigur wider zu spiegeln, sondern auch in der musikalischen Erzählung darüber.

Elisabeth ist tot –  Es lebe Elisabeth !

Seit der Premiere 1992 begegnete das Musical mir innerhalb der letzten 27 Jahre immer wieder. Auch wenn ich es aus den Augen verliere bzw. nicht aktiv danach suche, taucht es doch immer irgendwo auf und lädt mich zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Wie man an den beiden ausverkauften konzertanten Aufführungen in Schönbrunn im Juli 2019 sieht, bin ich damit wohl nicht alleine.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mich und das Musical Elisabeth auf eine ganz persönliche Reise durch die Zeit begleiten. Da es eine lange Reise wird – ausgehend vom Ende des 19. Jahrhunderts über die 1990er und weitere 27 Jahre bis heute in das ehrenwerte Jahr 2019 – werde ich sie in mehrere Etappen unterteilen.

Der Zeitreiseplan

Diese Blogartikel-Zeitreise ist ein work in progress. Links zu den einzelnen Station werde ich ergänzen, wenn ich einen neuen Text online stelle. Und ja, es wird natürlich „Spoiler“ geben. Auch wenn ihr das Musical noch nicht gesehen habt, bitte trotzdem einfach mal lesen, wenn ihr Interesse daran habt.

Dadurch, dass es so viele verschiedene Inszenierungen gibt, ist sowieso jede Aufführung wieder anders als die anderen. Für die Interpretation der Themen, Motive und Charakterdarstellungen werde ich mich vor allem auf die Urversion des Stückes aus dem Jahr 1992 beziehen. Da diese Version derzeit nicht mehr aufgeführt wird, kann ich technisch gesehen auch niemanden mehr wirklich Spoilern, oder?

Zur Feier des Premieren Jahrestags am 3. September 2019

Der erste Kroki-Blogartikel dieser Reihe wird am Dienstag, 3. September 2019 – auf den Tag genau 27 Jahre nach der Premiere des Stückes am Theater an der Wien – erscheinen. Das sind zwar noch keine vollen 30 Jahre, aber immerhin ein Jahrestag. Ich möchte meine Gedanken dazu gerne schon jetzt mit euch teilen, statt weitere 3 Jahre auf den runden Geburtstag warten zu müssen. Der Titel dieses Blogartikels lautet

Premiere live im Radio – die Kunst der Aufnahme mit einem Kassettenrecorder

Coming soon am 10. September 2019

Alle tanzten mit dem Tod – ein paar Gedanken zu Prolog und Jahrhundert-/Jahrtausendwende

Weitere geplante Themen

Elisabeth als Antiheldin

Musicals die in den 1980ern in Wien aufgeführt wurden und wie sie die Entstehung / Struktur des Stückes beeinflussten

Was macht einen gelungen personifizierten Tod aus (und was nicht) ?

Ein paar Gedanken zur Funktion und Charakterisierung des Attentäters Luigi Lucheni und der Habsburger-Nebenrollen Franz Josef, Rudolf und Sophie

Wenn ihr Fragen, Infos oder Themenvorschläge rund um das Musical Elisabeth habt und/oder schon immer mehr zu einem bestimmten Aspekt lesen wolltet, schreibt es mir gerne als Kommentar oder über PN. Ich freue mich immer über einen interessanten Gedankenaustausch !

Ein Gedanke zu „Elisabeth (1992) – Eine Musical Zeitreise

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