Krampus (2015) Review

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„It’s Christmas. Nothing bad is going to happen on Christmas !“ (milde Spoiler)

Da Krampus seit kurzem auf Sky zu sehen ist, habe ich ihn mir nun auch endlich angesehen und muss sagen er ist nicht ganz so schlecht wie der Ruf der ihm voraus geht.

Plot

Der kleine Max (Emjay Anthony) hat schöne Erinnerungen an vergangene Weihnachten und ärgert sich dadurch doppelt so viel darüber wie seine Familie sich in der Woche vor Weihnachten untereinander benimmt. Der waffen-narrische Onkel (David Koechner) und die konfliktscheue Tante (Allison Tolman) ärgern ihn dabei genau so wie die ständig Alkohol konsumierende Tante Nr. 2 (Conchata Ferrell), 3 Cousins (darunter Maverick Flack  ) und die Cousine (Lolo Owen), welche ihn ständig mobben und auslachen. Die Eltern (Adam Scott und Toni Collette) sind darüber auch nicht glücklich, können sich aber selbst nicht gut genug dagegen wehren. Als sein Brief an den Weihnachtsmann, in dem er alles aufzählt was er sich besser wünscht, laut vorgelesen wird, platzt Max schließlich der Kragen und er zerreißt den Brief mit den Worten „Ich hasse euch alle“.

Dabei  vergisst er an die kryptischen Andeutungen  seiner deutschen Omi  (unglaublich gut gespielt von Krista Stadler) zu denken, die versucht vor dem bösen Krampus zu warnen, der alle bestraft die von ihrem Glauben abfallen. Natürlich ruft genau das den Krampus und seine eigens dafür erfundenen Schergen auf den Plan. Unter ihnen die bösartigen Lebkuchenmännchen, ein Teddybär mit Reißzähnen, eine Menschen verschluckender Jack-in-the-box Puppe und lustigerweise auch ein paar Schiachperchten.

Die gespaltene Familie muss nun doch eng zusammen halten um sich gegen die Monster zu wehren. Was sie am Ende alle rettet ist aber doch die Reue von Max und ein Opfer, das er dem Krampus darbringt. Aber wie es bei Horrorfilmen so ist, es bleibt offen ob das Ende wirklich so happy ist wie es scheint.

Der amerikanisierte Krampus

Da ich im deutschen Sprachraum aufwuchs, habe ich natürlich eine andere Sicht auf den Krampus – Mythos als diejenige die einem, großteils wenig oder garnicht über diese Figur informierten, amerikanischen Publikum in diesem Film näher gebracht wird.

Während der amerikanisierte Krampus im Film ein Monster ist, das durch unbedachte böse Wünsche der Menschen um Weihnachten herum sein Unwesen treibt, ist  unser Krampus zwar auch „schiach“ (häßlich) und nicht gerade freundlich (da er böse Kinder mit der Rute bestraft und damit droht sie in seinen Sack zu stecken), er wird jedoch immer vom guten Nikolaus in Schach gehalten und tritt nicht alleine oder gar mit seinen eigenen Schergen auf.

Da unser Nikolaus, der am 6. Dezember kommt um Leckereien und kleine Geschenke zu verteilen, in den USA ja eigenlich der Weihnachtsmann Santa Claus ist, und dieser alleine auf seinem Rentierschlitten reist, ist der Krampus notgedrungen auch alleine unterwegs und kommt anscheinend nicht mit dem Nikolaus / Weihnachtsmann in direkten Kontakt.

Wenn man mit diesem Unterschied leben kann, ist der Film eine ganz nette Mischung zwischen Horrorfilm und Horrorparodie, mit ein paar gruseligen Szenen aber immerhin einem halbwegs guten Ende, auch ohne die Intervention des Nikolaus.

Die deutsche Omi

Wie schon erwähnt ist Krista Stadler briliant in der Rolle der Omi, die selbst in ihrer Vergangenheit schon einmal eine Begegnung mit dem Krampus hatte und düster – kryptische Warnungen ausspricht, bevor sie in der Mitte des Films mit der Sprache rausrückt und nähere Informationen darüber preisgibt.

Ich fand es auch gut, dass Omi die meiste Zeit Deutsch spricht und ihr Sohn oder Enkel den amerikanischen Verwandten übersetzen. Die längere Hintergrundgeschichte, welche wie ein düsterer Zeichentrickfilm visualisiert ist, erzählt sie jedoch auf Englisch, mit einem entsprechend schrägen deutschen Akzent.

Für mich bringt die Figur der Omi eine Art gruseligen Realismus in die Geschichte, ohne den der Film mir wahrscheinlich um einiges weniger gut gefallen hätte, da der Rest eigentlich nur aus typischen Weihnachtsklischees besteht, die in eine gruselige, manchmal auch lustig-gruselige, Form abgewandelt wurden.

Praktische Effekte statt CGI

Es mag sein, dass computergenerierte Effekte für das Budget dieses Films schlichtweg zu teuer waren. Jedenfalls finden sich nur einige wenige Szenen in denen CGI verwendet wurde. Die meisten Monster sind Puppen die auf altmodische Weise bedient und in die Szenen eingebunden werden. Dieser Rückgriff auf old-school Methoden hebt den Film sehr schön von der Masse an Horrorfilmen mit schundigen Computereffekten ab und machte mir viel Spaß beim Zuschauen und überlegen wie sie das wohl gemacht haben, dass die Szenen so und so aussehen.

Fazit

Der amerikanisierte Krampus mag einem gefallen oder nicht. Omi und die praktischen Effekte retten auf jeden Fall das Niveau des Films und er ist um einiges gruseliger als ich es anhand der Trailer erwartet hätte. Alles in allem ein durchaus unterhaltsames Werk für alle die sich eine Auszeit vom Weihnachtskitsch nehmen und über lustig–gruselige Monster wie Teddybären mit Reißzähnen usw. lachen können.

 

Krampus bekommt von mir daher schaurig-schöne 3 von 5 Krokis

cropped-kroki.jpg  cropped-kroki.jpg  cropped-kroki.jpg     3 / 5

 

Kennt ihr den Film Krampus oder wollt ihr ihn euch ansehen ? Was hat euch gut gefallen, was weniger ?

Eure Wahrnehmungen, Fragen und Antworten könnt ihr wie immer in den Kommentaren posten.

Über Rückmeldung freue ich mich immer !

 

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