Star Trek Dicovery : S01 Folgen 10 bis 15 – Alternative Realität und wieder zurück im Zeitraffer

Da es bereits die ersten Teaser und Setfotos zur 2. Staffel zu bewundern gibt, raffe ich mich auf meine etwas zwiegespaltenen Gedanken zu den letzten 5 Folgen von Staffel 1 zu ordnen und einen kurzen Review beizusteuern.

Vorsicht Spoiler !

Handlungsrahmen

Wir sind endlich wirklich im Spiegeluniversum angelangt und bleiben dort von Folge 10 Despite Yourself (unter der sehr effektiven Regie des Star Trek Next Generation Veterans Jonathan Frakes) über die Folgen 11 und 12 (The Wolf Inside und Vaulting Ambition) bis Folge 13 What‘s Past is Prologue . Letzteres ist einer der besten philosophisch gefärbten Episodentitel bisher. Mir gefällt er, weil er sehr schön veranschaulicht, dass es wichtig ist sich nach dem kurzen Abstecher wieder auf die Gegenwart als Haupthandlung der aktuellen Inkarnation der Star Trek Serie zu konzentrieren, statt unnötig lange über der Vergangenheit zu brüten, die ohnehin nur die Vorgeschichte zum Hier und Jetzt darstelllt.

Der Aufenthalt im Spiegeluniversum ist optisch und storytechnisch toll umgesetzt, aber dann doch viel zu kurz gehalten. Im Zeitraffer erleben wir mit wie Captain Lorca (Jason Isaacs) sich als Doppelagent entpuppt, der aus dieser Parallelwelt stammt und dessen Ziel es immer schon gewesen war der in dieser Realität als Emperor herrschenden Inkarnation der im Ursprungsuniversum ganz am Anfang von Staffel 1 verstorbenen Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) den Rang abzulaufen. Wenig überraschend gelingt ihm das schließlich nicht und es sieht so aus als ob er nach seinem letzten theatralischen Auftritt das Zeitliche segnet.

Während dessen darf Tilly (Mary Wiseman) sich endlich mal von ihrer mehr oder weniger coolen Seite zeigen, indem sie sich als ihr böses Alterego mit dem Spitznamen Captain Killy ausgeben muss. Michelle Yeoh bekommt eine selten gute Gelegenheit als böse Diktatorin zu glänzen, die am Ende sogar von Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) und der Crew der Discovery in deren Ursprungsuniversum mitgenommen wird.
Dort angekommen herrscht erstmal Bestürzung über den Zustand in dem die Welt sich nach dem, in Abwesenheit der Discovery ausgearteten, Konflikt mit den Klingonen befindet.

Doch auch dieser Konflikt wird innerhalb von zwei Folgen (14 The War Without, The War Within und dem Staffelfinale 15 Will you take my Hand ) gelöst.

Pro

Die Sets des Spiegeluniversums sind wirklich sehr schön gelungen und auch die allgemein sehr düstere und unheilschwere Atmosphäre ist in den meisten Szenen sicht- und spürbar. Sogar Tillys Auftritte als lustige Nebenrolle,  welche die düstere Stimmung etwas aufhellt, da sie ihr böses Alterego imitieren muss, machen Spaß beim Zusehen. Obwohl ich den Charakter Tilly nach wie vor eher zum Gruseln dümmlich finde und hoffe, dass sie in zukünftigen Folgen etwas weniger nervig geschrieben wird als es in der ersten Staffel der Fall war.

Jason Isaacs Lorca und Michelle Yeohs Emperor Georgiou sind eindeutig die besten Böslinge der Serie bisher. Ich hatte das Gefühl, dass beide Schauspieler großen Spaß daran hatten sich verbal und physisch zu duellieren bis zum letzten Atemzug.

Contra

Viel zu viel Action und Abhandlung der Konflikte in zu kurzer Zeit. Vielleicht wäre es besser gewesen die Discovery schon einige Folgen eher ins Spiegeluniversum zu lotsen, um die komplizierten Verhältnisse zwischen den Schlüsselrollen Lorca, Georgiou und Burnham mit etwas mehr Tiefe zu schildern statt sie innerhalb von nur 4 Folgen durchzupeitschen.

Dass Ash Tyler (Shazad Latif) als frisch enttarnter Schläfer – Klingone Voq (oh, das hätte ich ja „garnicht“ erwartet) den armen Doctor Culber (Wilson Cruz) um die Ecke bringt, fand ich etwas aufgesetzt und storytechnisch nicht so gelungen. Zwar trägt der traurige Zwischenfall dazu bei, dass Lt. Stamets (Anthony Rapp) sich danach öfter von seiner sympathischen, emotionaleren Seite zeigen darf, aber ich denke es wäre für die zukünftige Dynamik der Crew besser gewesen, wenn Culber überlebt hätte und sich weiterhin an der Handlung beteiligen könnte.

Ach ja – Spoiler – Stamets ist nach einer kurzen Knock-Out Phase wieder wohlauf und rettet natürlich alle aus dem Spiegeluniversum heraus und zurück in die „normale“ Star Trek Welt.

Captain Lorcas Tod war optisch etwas seltsam umgesetzt. Der CGI-Effekt wirkte ziemlich unausgegoren. Irgendwie erweckte die ganze Szene den Anschein als ob man sich hier noch eine Hintertüre freilassen wollte, um irgendwann später eine Rückkehr dieses in Fankreisen sehr beliebten Charakters zu ermöglichen. Ich hatte bei der betreffenden Sequenz zumindest den Eindruck, dass da irgend etwas nicht ganz stimmig war und wir die Geschehnisse eventuell noch aus anderen Blickwinkeln nacherzählt bekommen könnten.

Fazit

Alles in allem gefielen mir diese letzten 5 Folgen sehr gut. Schade nur, dass wir schon vor Veröffentlichung der ersten Folgen durch diverse Interviews erfuhren, dass das Spielgeluniversum eine Rolle spielen werde. Dadurch wurden einige Charakterentwicklungen und Handlungs-Twists schon so vorhersehbar, dass wirklich niemand mehr überrascht wurde von den beiden großen Enthüllungen, dass der Lorca den wir sehen immer schon aus dem Spielgeluniversum stammte und Ash Tyler der umoperierte Voq ist.
Wenig überzeugt bin ich leider auch von der ganz am Ende des Finales angedeuteten Richtung, die sich für die bereits in Produktion befindliche zweite Staffel abzeichnet. Einer Begegnung mit der ikonischen Original Enterprise – lauterster Teaser Trailer unter dem Kommando von Captain Pike( dem Vorgänger des auch unter nicht-Trekkies weitaus bekannteren Captain James T. Kirk) – stehe ich eher skeptisch gegenüber. Lieber wäre ich, wie gesagt, noch etwas länger im Spiegeluniversum geblieben oder hätte mich auf die Suche nach weiteren Tardigrade Aliens gemacht um sie zu studieren und tiefere Interspezies-Austauschbeziehungen zu etablieren.

Für die letzten 5 Folgen der ersten Staffel von Star Trek Discovery vergebe ich daher 3 von 5 Krokis, die insgeheim von bösen Krokis aus dem Spiegeluniversum ersetzt wurden und einen Weg suchen die Herrschaft über das Star Trek Universum zu gewinnen. Dabei wollen sie aber auf keinen Fall irgendjemanden aus der alten Originalserie treffen, da diese im Krokiuniversum heilig ist und deren Zeitlinie besser nicht weiter verändert werden sollte.

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Wie haben euch die erste Staffel von Star Trek Discovery gefallen ?

Top oder Flop ?

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