Torchwood 1.3 : Forgotten Lives – Review des Hörspiels von Big Finish

Motto: Wer bin ich, und wenn ja, wieviele ? (milde Spoiler)

Für dieses Hörspiel sind einige Vorinformationen über TV-Serie Torchwood notwendig. Eine kurze Zusammenfassung findet ihr hier.

Autor

Emma Reeves

Regie

Scott Handcock

Cast

Eve Myles (Gwen Cooper), Kai Owen (Rhys Williams), Philip Bond (Griffith), Valmai Jones (Elunedd), Sean Carlsen (Gary), Emma Reeves (Ceri / Nurse Bevan)

Setting

Dieses Hörspiel handelt von einem Zeitraum einige Jahre nach der 4. TV-Staffel Miracle Day und somit auch nach der Absetzung der Serie 2011. Jack Harkness hat schon länger keinen Kontakt mehr mit Gwen Cooper aufgenommen. Das Torchwood Hub in Cardiff wurde in der 3. Staffel Children of the Earth zerstört. Gwen und ihr Ehemann Rhys scheinen immer noch in ihrem kleinen Häuschen irgendwo in der walisischen Provinz zu leben, da ihnen das bisher am sichersten für ihre kleine Tochter Anwen erschien. Der Großteil der Handlung findet im Seniorenheim Bryn Offa Nursing Home statt, das sich in einer abgelegenen Gegend in Nord-Wales befindet

Plot

Gwen und Rhys werden von einer mysteriösen Frau kontatiert und  treffen im Seniorenheim Bryn Offa Nursing Home auf den alten Mann Griffith, der behauptet Captain Jack Harkness zu sein. Zwei Angestellte des Heims, der Pfleger Gary und die Krankenschwester Bevan, scheinen ebenfalls in die Gschehnisse involviert zu sein.

Natürlich sind auch hier wieder Alien-Machenschaften der Grund. Diesmal sind es The Evolved, welche in der Lage sind Bewußtsein von einem Körper in einen anderen zu transferieren. In Jacks Fall hat das den Nachteil, dass er in einem  von Demenz geschüttelten Körper gelandet ist, wodurch ihm zunächst niemand abnimmt dass  es keine Haluzination des alten Mannes ist. Selbst Gwen zweifelt zunächst an der Echtheit seiner Geschichte. Es geht eine Weile drunter und drüber. Auch Anwens Bewußtsein wird zwischenzeitlich in den Körper von Bevan transferiert.

Wie die Geschichte ausgeht werde ich nicht spoilern. Höret es selbst !

Pro

Gwen und Rhys sind in der Charakterisierung sehr gut getroffen und es ist wie immer sehr unterhaltsam die Dialoge zwischen den beiden zu hören. Dass ihre Beziehung schon in der TV-Serie  stark durch die Art wie sie miteinander kommunizieren geprägt war, ist natürlich ein Vorteil für das Medium Hörspiel. Ich hatte auch den Eindruck das die beiden Schauspieler ihren Spaß daran hatten.

Am Ende von Miracle Day hatten Gwen und Rhys Torchwood und Jack Harkness den Rücken gekehrt und sich mehr ihrem Privatleben widmen wollen. Da Gwen aber während der vorhergehenden TV-Staffeln schon eine Art Abenteuersucht entwickelt hatte, fiel ihr das sicher nicht leicht. Von den paar Jahren Pause erfahren wir nicht sehr viel, dafür steigt Gwen aber wieder sehr schnell in ihre alte Rolle ein, und auch Rhys unterstützt das letztendlich mehr als ich es von ihm erwartet hätte.

Die Ereignisse von Miracle Day werden aber sonst nicht näher angesprochen, was auch gut so ist, denn diese letzte TV-Staffel würden viele Zuseher aufgrund des bescheuerten Endes am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen.

Allerdings wird kryptisch von einer Verbindung der 3 Familien aus Miracle Day mit dem Committee aus dem Hörspiel Torchwood 1.1 The Conspiracy gesprochen. Ich interpretiere es so, dass die Committee-Aliens die 3 Familien wohl als Verbündete hatten, damit sie ihre eigenen Spuren in der Geschichte verschleiern konnten. So kann man natürlich die 4. TV-Staffel auch elegant aus dem Weg räumen und sich nicht mehr viel damit beschäftigen müssen.

Die neue Alienart The Evolved hat ebenfalls schon Bekanntschaft mit dem Committee gemacht. Anscheinend sind sie aber die einzigen, die es geschafft haben nicht unter deren Kontrolle zu kommen. Statt dessen verfolgen sie ihre eigenen Pläne und ihre ganz eigene Philosophie.

Was mich als Hörer natürlich sehr freut ist die Aussicht darauf, dass Gwen Cooper nun doch versuchen wird eine neue Torchwood-Basis aufzubauen. Sehr gut umgesetzt ist auch ein Plot – Tiwst in dem einige Rollen die vorerst als böse wahrgenommen sich als die Guten herausstellen und umgekehrt.

Was mir in Emma Reeves Skript außerdem sehr gut gefällt, ist die Thematisierung des Umgangs mit alten und kranken Menschen in unserer Gesellschaft. Oft werden sie als nicht zurechnungsfähig eingestuft und nicht ernst genommen wenn sie ein sehr reales Problem ansprechen. Auch die Idee dass es durchaus sein könnte, dass jemand mit einer Gruppe von Menschen experimentiert, die sich alleine schlecht dagegen wehren können, wird gut umgesetzt und wirkt bei näherem Zuhören sehr beklemmend und gruselig.

Contra

Es ist sehr ungewohnt jemand anderes als John Barrowman in der Rolle des Jack Harkness zu hören. Natürlich gehört das zum speziellen Kick dieser Geschichte. Ich habe aber einige Szenen gebraucht um mich an Philip Bonds Stimme zu gewöhnen. Irgendwie kam Jacks manchmal überpolierter amerikanischer Akzent nicht zum Tragen, was mich anfangs noch mehr irritierte. Man kann aber damit leben und es sollte nicht der Grund sein sich dieses Hörspiel nicht anzuhören.

Wer Gwenn Cooper schon in der TV-Serie nicht mochte (und da gibt es viele Personen), dem wird ihre quirrlige Art zu sprechen und ständig andere zu unterbrechen auch in den Hörspielen wohl ordentlich auf die Nerven gehen. Ich persönlich habe mich schon daran gewöhnt und wußte ja was mich erwartet. Ich finde Eve Myles walisischen Akzent nach wie vor sehr charmant und kann daher über so manche überdrehte Darbietung hinweg sehen.

Die größte Schwachstelle der Geschichte ist aber wiedermal das Ende. Hier zwar einige Handlungsstränge aufgelöst, jedoch bleibt ein ziemlich großer Cliffhanger offen der, soweit ich informiert bin, bis heute noch nicht wirklich aufgelöst wurde. Ich habe aber noch nicht alle Special Releases dieses Jahres gehört und es kann sein, dass ich da nur noch nicht mitbekommen habe.

Fazit

Mir hat dieses Hörspiel gut gefallen. Wer die Figuren Gwen Cooper und Rhys Williams mag kommt definitiv auf seine Kosten. Die bisherige Top-Wertung von 1.2 Fall to Earth wird aber aufgrund des seltsamen Endes nicht erreicht.

Ich  gebe der Geschichte halluzinogene 3 von 5 Krokis.

cropped-kroki.jpg cropped-kroki.jpg cropped-kroki.jpg      3 / 5

Es lohnt sich immer auf der Homepage von Big Finish reinzuschauen.

Fragen an die Leserschaft

Kennt und mögt ihr Torchwood ?

Kennt ihr dieses Hörspiel oder möchtet ihr dieses mal ausprobieren ?

Wenn ihr es schon kennt, wie gefällt es euch ? Was war eurer Meinung nach nicht so gut ?

Eure Wahrnehmungen, Fragen und Antworten könnt ihr in den Kommentaren posten.

Über Rückmeldung freue ich mich immer !

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